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Im Rausch der Sinne – eine Ode an das Fühlen

Durch mich rauscht ein Schwall von Emotionen, die mich voll beherrschen. Ich kann kaum noch denken oder reden sondern bin damit beschäftigt, dieses Gefühl auszuhalten, stehen zu bleiben. Ein Gefühl, dass ich lange nicht mehr so gefühlt habe. Vielleicht auch noch nie. Ich weiß es nicht, denn wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht mehr so genau erinnern. Es ist unglaublich schön und es ist beängstigend zugleich. Es ist ein Gefühl, dass meinen inneren Raum voll ausfüllt, ihn stark macht und durch mich durch fließt. Es ist, als sei ein Kanal geöffnet worden, ein Kanal der jahrelang oder gar jahrzehntelang verschlossen war. Obwohl ich in den letzten Jahren viel dafür getan habe, um ihn zu öffnen – Yoga, Meditation, Trance Tanz, Singen, Holotropes Atmen, eine Heldenreise und einiges mehr. Im Yoga nennen wir diesen Kanal die Chakren. Diese Öffnung macht mich empfänglich aber zugleich auch verletzlich. Seit neustem muss ich bei manchen Songs nun innehalten und mich nur auf das Spüren der Musik in meinem Körper konzentrieren und kürzlich kamen mir vor Rührung die Tränen, als ich einen Vortrag im Radio gehört habe. Trotzdem – es ist bewegend, intensiv und vor allem wunderschön. Und ich tue ich nun alles dafür, dass sich diese Öffnung nicht wieder verschließt. 

Aber warum komme ich mir damit komisch vor, wie ein Freak, die nicht mehr klar kommt? Können wir noch wirklich fühlen? Und vielmehr – wollen wir überhaupt noch fühlen können oder ist das nicht envogue?

In unserer heutigen Leistungsgesellschaft wird als stark angesehen, dass wir durchhalten, Großes leisten und dafür über unserer Grenzen hinausgehen. Spätestens im Joballtag ist dies bei den meisten zwingend erforderlich. Dies sind die Maßstäbe, die von außen an uns herangetragen werden. Daran orientieren wir uns und richten uns aus, weil wir nicht auffallen wollen oder es uns nicht erlauben können. Doch wir entfernen uns so immer mehr von unserem eigenen Körpergefühl und unserem Selbst. Wir werden innerlich taub, sind im Ego und im Außen. Oftmals bemerken wir nicht, dass wir gar nicht mehr wirklich fühlen können und keinen Kontakt mehr zu unserer Intuition und Kreativität haben. Wir fühlen auch nicht mehr, wenn etwas zu viel ist, weil es dafür keinen Raum gibt. Die Warnsignale, die der Körper uns sendet, wie Rücken- oder Nackenschmerzen, werden nicht als solche wahrgenommen sondern wegtherapiert oder ertragen. Die Menschen, die noch fühlen können und dies auch ausdrücken, gelten als überemotional oder esoterische Spinner.

Und dann laufen wie verrückt ins Yogastudio, zur Massage, zum Therapeuten oder machen Extremsportarten, nur um kurz einen Moment des Fühlens zu erhaschen, der aber meist nicht von langer Dauer ist.

Warum tun wir das? Was ist das für eine Gesellschaft, die dem Fühlen so wenig Wert schenkt und dem Denken so viel?

In der man sich für Sinnlichkeit und Freude schämen muss aber Überarbeitung, Stress, Rückenschmerzen Anerkennung als vermeintliche Zeichen für Erfolg feiern.

Was ist das für ein Erfolg? Und warum ist dieser Erfolg für die meisten so erstrebenswert?

Je tiefer ich mich mit spirituellen Themen befasse, desto klarer wird mir, was mir in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. Wie sehr mir das Fühlen fehlte und wie sehr ich mich dadurch von mir selbst entfernt habe. Als Teenager und während meines Studiums war ich fest verbunden mit meiner Intuition, ich hatte immer eine Vorstellung davon, was mein Ziel ist. Egal wie absurd es war, ich war felsenfest überzeugt, dass sich ein Weg findet. Es gab keinen Plan B, keine Kompromisse und keine Abweichung. Heute nennt man das Manifestieren – früher war mir das nicht klar. Ich hatte es nirgendwo gelesen sondern es kam einfach selbstverständlich aus mir heraus – aus meinem Gefühl. Ich badete lediglich in meiner Vision und dem Gefühl der Freude, die sich durch diese Vorstellung ergab. Und tatsächlich hat sich mir immer ein Weg aufgetan, wie verrückt er auch war. Und es war mein Weg – es war mein Herzenswunsch. Dafür braucht ich keine zig Stunden und Geld beim Coach investieren, es war einfach da, weil ich fühlte und vertraute.

Mich hat dieses Erlebnis sehr verändert. Meine Sicht. Meine Bereitschaft etwas durchzuhalten, was nicht zu mir gehört. Ich lasse das Gefühl des Fühlens nicht mehr los. Ich möchte nicht mehr ausschließlich verstandgesteuert und gestresst durch mein Leben rauschen und Erfolge feiern, die vielleicht eigentlich gar nicht meinem eigenen Herzen entsprechen. Nur weil es der selbstverständliche nächste Schritt ist oder weil es nach Außen gut ankommt. Ich möchte keine Schmerzen mehr ertragen, weil es mir eigentlich zu viel ist. Sondern ich glaube daran, dass es auch Erfolg und einen Arbeitsalltag mit Gefühlen geben kann. Ich denke liebend gerne aber ich möchte mich nicht mehr ausschließlich von meinem Verstand führen lassen sondern von meinem Herzen. Vor allem glaube ich nicht an die Zukunft der Leistungsgesellschaft sondern daran, dass die Arbeitswelt sich verändern muss. Ich glaube, dass das Fühlen wieder ein fundamentaler Bestandteil in unserem Leben sein muss – für eine gesunde und starke Gesellschaft. Und dass wir dadurch alle mehr hervor bringen aber eben ein anderes „Mehr“.

Ich lade dich ein mit mir gemeinsam den Weg des Fühlens zu gehen.

Hilfreiche Tools zum Fühlen:

  • Yoga & Meditation
  • Übung für Selbstliebe und inneren Frieden (mit Audio)
  • Holotropes Atmen (Lichtatmung)
  • Trance Tanz
  • Arbeit am 2. Chakra (Sakralchakra)
  • Täglich und bewusst Musik hören, tanzen & singen
  • Alle möglichen kreative Dingen tun
  • Bewusste Wahrnehmung üben
  • Literatur von Paulo Coelho

Intensivere Arbeit

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